Kontakt

Judas Priest wurde im Jahr 1969 in der britischen Stadt Birmingham von Alan Atkins, John Perry, Bruno Stapenhill und John Partidge gegründet. Priest galt als eine der einflussreichsten Bands des Heavy Metal Genres und konnte mit Hits wie Breaking The Law oder Living After Midnight große kommerzielle Erfolg feiern.

Die frühen Jahre von Judas Priest

Die ersten Jahre der Band waren keine einfachen Jahre. Ursprünglich war Judas Priest eine Blues-Band. Nicht einmal ein Jahr nach ihrer Gründung musste die Band den ersten schweren Schicksalsschlag hinnehmen: Noch im Gründungsjahr starb Gitarrist John Perry bei einem schweren Autounfall. Für ihn kam 1969 Ernie Chataway in die Band. Diese Zusammensetzung hielt sich allerdings nicht lang und fiel 1970 schon wieder auseinander. Der Bassist Bruno Stapenhill, Schlagzeuger John Partidge und auch der neu hinzugekommene Gitarrist Ernie Chataway hörten alle im Jahr 1970 wieder auf.

Der Gitarrist Kenneth „K. K.“ Downing wurde beim Vorspiel zunächst abgelehnt. Nachdem die Band aber zerfallen war, stieg der übrig gebliebene Frontmann Alan Atkins in die Gruppe „Freight“ ein, in der auch der abgelehnte Gitarrist „K. K.“ Downing und auch der noch heute bei Judas Priest aktive Bassist Ian Hill spielten. Da Downing ursprünglich in Atkins‘ Band spielen wollte, benannte sich die Band fortan um und hieß von nun an Judas Priest. Der Name entstammt dabei dem Lied „The Ballad of Frankie Lee and Judas Priest“ von Bob Dylans Album „John Wesley Harding“. Die aktuelle Band bestand nun aus Frontmann Alan Atkins, Gitarrist Kenneth „K. K.“ Downing, Bassist Ian Hill und dem Drummer John Ellis.

Judas Priest tourten bis 1973 ohne Plattenvertrag durch Großbritannien, wobei es zwischen 1971 zwei Wechsel an den Drums gab. Zwischenzeitlich spielte Alan Moore bei Priest, der dann ebenfalls noch 1971 durch Chris Campell abgelöst wurde. 1973 verließ Atkins dann die Band. Im gleichen Jahr stoß dann Frontmann Rob Halford erstmals dazu, der durch seine Schwester Sue Halford, die gleichzeitig die Freundin von Ian Hill war, in die Band gebracht wurde. 1974 stieß dann Gitarrist Glenn Tipton dazu, der auch heute noch für Judas Priest aktiv ist. Die Zusammensetzung aus Bassist Ian Hill, den Gitarristen „K. K.“ Downing und Glenn Tipton, sowie Frontmann Rob Halford hat das Bild der Band bis heute maßgeblich geprägt. Lediglich am Schlagzeug gabs in den 70ern häufig personelle Wechsel. Zwischen 1970 und 1979 spielten 6 verschiedene Drummer in der britischen Band.

Das erste Album „Rocka Rolla“ erschien im Jahr 1974 mit Glenn Tipton, Downing, Rob Halford, Ian Hill und am Schlagzeug John Hinch. Zu dieser Zeit bestand die Musik von Judas Priest größtenteils aus Rock und Blues. 1976 wurde dann das zweite Album „Sad Wings of Destiny“ veröffentlicht. Dieses Album ging teilweise dann in Richtung des Heavy Metals. Kurz nach der Veröffentlichung hatte die Band den ersten großen Plattenvertrag bei CBS/Columbia in der Tasche.

Der Schritt Richtung Heavy Metal

Nach der Veröffentlichung des zweiten Albums ging der Schritt immer weiter in die Stilrichtung des Heavy Metals. Nur ein Jahr nach ihrer zweiten Scheibe veröffentlichten Priest bereits das dritte Album „Sin After Sin“, welches gänzlich aus Heavy Metal bestand. Noch im Jahr 1977 tourten Judas Priest als Vorband von Led Zeppelin quer durch Amerika. Im Anschluss an die Tour erschienen die nächsten Alben „Stained Class“ und „Killing Machine“. 1978 gingen Halford & Co. auf Welttournee und fanden besonders im asiatischen Raum – genauer gesagt in Japan – großen Anklang. 1979 wurde das erste Live-Album „Unleashed In The East“ von den in Japan aufgenommen Gigs veröffentlicht. Nur ein Jahr nach ihrer Welttournee tourten Priest dann als Vorband von AC/DC, unter anderem auch durch Deutschland.

Die Höhepunkte der Karriere

1980 brachten Judas Priest das Album „British Steel“ durch das Label Epic auf den Markt. Die Band bestand zu dem Zeitpunkt immer noch aus Halford, Tipton, Downing und Hill. Nur der Schlagzeuger war mal wieder neu: Dave Holland. Mit diesem Album trugen die Briten einen erheblichen Teil zur Stilrichtung der „New Wave Of British Heavy Metal“ bei. Auf diesem Album waren unter anderem Hits wie „Living After Midnight“, „United“ und „Breaking The Law“. Im gleichen Jahr nahm Priest auch die ersten Musikvideos auf und erhielt für das Album sogar noch eine Goldene Schallplatte.

In der Folgezeit arbeitete Priest viel an neuem Material: 1981 erschien das Album „Point Of Entry„, 1982 „Screaming For Vengeance„, welches dann für den absoluten Höhepunkt sorgte. Das Album erhielt Doppelplatin in Amerika und Platin in Europa und Japan.

1983 traten Judas Priest dann mit weiteren großen Bekanntheiten zusammen auf: Beim Festival „Rockpop in Concert – The Heavy Metal“ in der Dortmunder Westfalenhalle standen sie zusammen mit Ozzy Osbourne, Def Leppard, Iron Maiden, den Scorpions und weiteren großen Bekanntheiten auf der Bühne.

1986 betrat die Band neues Terrain, indem sie das Album „Turbo“ auf den Markt brachten. Auf diesem Album nutzte die Band erstmals Gitarrensynthesizer um klanglich starke Akzente zu setzen. 1987 brachten die Briten dann ihr zweites Live-Album „Priest… Live!“ auf den Markt.

Die nächste große Veränderung war mit dem im Jahr 1990 erschienen Album „Painkiller“ zu spüren, auf dem der Schlagzeuger Scott Travis mit seiner Doublebass deutliche Veränderungen spüren ließ.

Die Trennung und die Wiedervereinigung von Judas Priest

Nachdem die Painkiller-Tour 1991 beendet wurde, kündigte Frontmann Rob Halford seinen Ausstieg aus der Band an. Er gründete gemeinsam mit Scott Travis die Band „Fight“, wobei Travis außerdem weiterhin bei Priest aktiv war.

Nach Halfords Ausstieg wurde es lange ruhig um die Band. Erst im Jahr 1997 wurde versucht mit dem neuen Frontmann Tim Owens wieder etwas auf die Beine zu stellen. Die Alben „Jugulator“, „Demolition“ und das Live-Album „Live Meltdown 98“ wurden veröffentlicht, waren kommerziell auch recht erfolgreich, fanden jedoch kein Zuspruch bei den alten eingefleischten Priest-Fans. Um eine erfolgreiche Wiedervereinigung mit Frontmann Rob Halford zu ermöglichen, verließ Owens 2003 die Band und ging zu Iced Earth, wo er bis 2007 aktiv war. Aktuell ist Owens Frontmann bei der Band Dio Disciples aktiv, die nach dem Tod von Ronnie James Dio (2010) im Jahr 2011 gegründet wurde.

2004 spielte die wiedervereinigte Band auf dem Ozzfest. Im Februar 2005 wurde das neue Studioalbum „Angel Of Retribution“ veröffentlicht. 2006 folgte eine Live-DVD („Rising In The East), welche wie schon wie ihr erstes Live-Album in Japan aufgenommen wurde.

Das nächste Album „Nostradamus“, welches sich mit dem Leben des Nostradamus beschäftigt, erschien als Doppel-CD am 16. Juni 2008 in Europa. In Amerika einen Tag später, am 17. Juni. Ebenfalls gab es eine damit verbundene Welttournee, auf der Priest ihre alten Schätze wieder ausgegraben haben, die seit über 20 Jahren nicht mehr live gespielt wurden. Während ihrer Gigs in Amerika standen sie zusammen mit Heaven And Hell und mit Motörhead auf der Bühne. Anfang 2009 folgten weitere Konzerte in Deutschland, wo sie unter anderem Support von Megadeth und Testament erhielten.

2010 erhielt Judas Priest ihren ersten Grammy Award For Best Metal Performance für den Song „Dissident Aggressor“.

Ende 2010 wurde bekanntgegeben, dass Priest ihre letzte große Welttournee „Epitaph World Tour“ 2011 in Angriff nehmen wollen. Im gleichen Jahr traten sie ebenfalls auf dem berüchtigten „Wacken Open Air“ auf.

Im April 2011 – kurz vor der „Epitaph World Tour“ wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, die beinhaltete, dass Gitarrist „K. K.“ Downing die Band mit sofortiger Wirkung verlassen wird. Als Gründe gab der Gitarrist auf seiner Homepage nicht wie vermutet seine Gesundheit, sondern viel mehr Differenzen zwischen ihm, dem Tour-Management und der Band an. Downing wurde durch den Briten Richie Faulkner ersetz.

Am 25. August 2011 wurde ein Boxset veröffentlicht, welches insgesamt 52 Songs, sowie Fotomaterial enthält.

Gut 3 Jahre später, am 11. Juli 2014, wurde in Deutschland das Album „Redeemer of Souls“ veröffentlicht. Die gleichnamige Tour im Jahr 2014 führte Priest auch für fünf Konzerte nach Deutschland, sowie auf das Rockavaria Festival in München, das Rock im Revier Festival in Gelsenkirchen und das Wacken Open Air. Der Gig aus Wacken wurde am 25. März 2016 als CD unter dem Namen „Battle Cry“ und am 1. April als Blu-Ray und DVD veröffentlicht.

Am 9. März 2018 folgte das nächste Album „Firepower“. Noch vor Veröffentlichung des Albums wurde am 12. Februar bekannt gegeben, dass der mittlerweile seit 44 Jahren bei Priest aktive Gitarrist Glenn Tipton auf Grund seiner bereits 10-jährigen Parkinson-Erkrankung nicht an der geplanten Tour 2018 teilnehmen werde. Ersetzt wurde er durch Andy Sneap, der das Album „Firepower“ produzierte.