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Der Titel mag zwar vermuten lassen, dass es in diesem Artikel um Guns n’ Roses Sänger Axl Rose geht, der Brian Johnson damals auf Grund von gesundheitlichen Problemen ersetzen musste, aber wir gehen weiter zurück ins Jahr 1980. Für alle AC/DC-Fans ein sehr trauriges Jahr, in dem die Rock-Legende Bon Scott unerwartet verstarb. Das Rock Candy Magazin hat in der neuesten Ausgabe ein Interview mit dem Mann veröffentlicht, der damals nach Bon Scotts Tod im Jahr 1980 beinahe bei AC/DC als Sänger eingestiegen wäre. Die Rede ist von Steve Burton, für den der ganz große Erfolg leider ausblieb.

Burton war ein unbekannter Sänger aus Birmingham, England, der seinen Lebensunterhalt als Roadie verdiente – unter anderem für Judas Priest. Zwei Roadie-Freunde von Burton – Terry Lee und Keith Evans – arbeiteten für AC/DC. Terry war als Beleuchter und Keith als Gitarrentechniker von Angus Young. Als Bon Scott am 19. Februar 1980 starb, wurde Steve “Burtie” Burton von beiden Roadie-Kollegen als Nachfolger vorgeschlagen.

Burtie erzählt dem Rock Candy Magazin im Interview:

Ich ging runter nach London, um für die Band vorzusingen. Ich kam mit allen gut aus und dachte, ich hätte es gut gemacht, aber aus welchem Grund auch immer bekam ich den Gig nicht und er ging natürlich an Brian Johnson. Aber ich muss einen Eindruck auf die Band gemacht haben, denn kurz darauf bekam ich einen Anruf, ob ich Interesse hätte, mit Angus und Malcolm Youngs Neffen Stevie zu arbeiten. Er war dabei, in Birmingham eine neue Band zusammenzustellen, und Malcolm hatte ihm gesagt, er solle sich mit mir in Verbindung setzen.

Stevie Young und Burtie gründeten schließlich die Band Starfighters. Nach nur drei Monaten bekam die Band angeboten als Vorgruppe von AC/DC auf ihrer “Back In Black”-Tour in Großbritannien aufzutreten.

Burtie erinnert sich:

Wir spielten die letzte Show der Tournee im Victoria Apollo Theatre in London. Und sobald AC/DC ihr Set beendet hatten, kam Malcolm von der Bühne, trocknete sich ab, warf seine Jacke über und sprang zu uns in den Minibus. Wir fuhren direkt zu den Morgan Studios in Willesden und nahmen von 11 Uhr nachts bis neun Uhr am nächsten Morgen auf, wobei Malcolm uns half. Wir nahmen zwei Songs auf, ‘Alley Cat Blues’ und ‘Rock ‘Em Dead’, und diese beiden Songs brachten uns den Vertrag mit Jive ein.

Doch der große Durchbruch blieb aus. Starfighters namen zwei Alben für Jive auf: “Starfighters” im Jahr 1981 und “In-Flight Movie” 1982. Danach löste sich die Gruppe wieder auf.

Burtie erklärt:

Ich hatte alles für die Band aufgegeben. Denn Sie wissen ja, wie das ist. Du bist auf dem Weg zum Ruhm, du wirst dich in Amerika niederlassen, all das Zeug. Am Ende habe ich zwei Jahre lang im Café meines Kumpels in Birmingham gearbeitet und Burger gebraten!

Obwohl Stevie Young 2014 seinen Onkel Malcolm Young bei AC/DC ersetzen musste, war Burtie nicht verbittert. Er gibt dazu ein klares Statement ab:

Ich war nie neidisch auf den Erfolg von jemandem. Was auch immer im Leben passiert, man muss weitermachen, egal ob man in einer Band spielt oder den ganzen Tag Scheiße schaufelt.